Eine kurze Zusammenfassung über Mikrofone und deren Einsatzbereiche. Du findest hier Fakten über Mikrofonierung, Raumakustik, Aufnahmetechnik und Audioformate.

1. Das Mikrofon
Ein gutes Mikrofon und ein gutes Aufnahmegerät sind für die Klangqualität äusserst wichtig. Der Rekorder kann die Qualität des aufgenommenen Tonmaterials nicht verbessern. Bestenfalls kann er sie beibehalten.
Wer wissen will, wie sein Mikrofon bzw. seine Aufnahme tönt, arbeitet bei der Aufnahme zwingend mit Kopfhörer.
A) Mikrofontypen
Dynamische Mikrofone
In Live-Situationen sind dies mit Abstand die am häufigsten verwendeten Mikrofone, da sie recht widerstandsfähig sind. Im Grunde funktioniert ein Tauchspulenmikrofon ähnlich wie ein Lautsprecher − nur eben umgekehrt: Beim Tauchspulenmikrofon ist die Membran des Mikros fest mit einer als elektrischer Leiter dienenden Spule verbunden; diese Spule wiederum ist »eingetaucht« in ein Magnetfeld. Trifft nun Schall auf die Membran, bewegt sich folglich die mit ihr verbundene Spule im Magnetfeld, was zur Folge hat, dass eine Spannung induziert wird, die am Mikrofonausgang abgegriffen werden kann.
Kondensator Mikrofone
Bei Mikrofonen dieses Typs bilden eine meist goldbeschichtete Membran und eine in minimalem Abstand dazu angebrachte Metallscheibe (technisch betrachtet die Gegenelektrode) einen Kondensator. Wenn nun Schall auf die Membran trifft, bewegt sich diese und der Abstand zur Gegenelektrode verändert sich − der Kondensator ändert somit seine Kapazität; diese Kapazitätsänderung wird elektronisch übersetzt in eine Spannungsänderung und auf einen brauchbaren Pegel verstärkt.
Zur Polarisierung der Gegenelektrode und zum Betrieb der Elektronik benötigt ein Kondensatormikrofon immer eine Spannungsversorgung. Dies geschieht normalerweise per 48 V Phantomspeisung vom Mischpult aus; die 48 V liegen auf Pin 2 und Pin 3 des XLR-Steckers an.
B) Richtcharakteristik
Kugelmikrofone (omnidirectional)

Diese Mikrofone nehmen Schall aus allen Richtungen auf und eignen sich deswegen besonders für die Aufzeichnung von Atmos. Für Interviews sind Kugelmikrofone weniger praktisch, da sie nicht nur die Antworten der Gesprächspartner:innen aufnehmen,
sondern auch entfernte Störgeräusche.
Nierenmikrofone (cardioid)

Ein Nierenmikrofon nimmt Töne auf, die „von vorne“ kommen. Was sich hinten oder seitlich akustisch abspielt, wird nur schwach registriert. Das Nierenmikrofon eignet sich für Interviews. Die Interviewpartner:innen sollten jedoch frontal ins Mikrofon sprechen.
Vorteil: Nierenmikrofone eignen sich sowohl für Sprachaufnahme als auch für das Aufzeichnen von Geräuschen.
Tipp: Eine leicht seitliche Position des Mikros beim Interview verhindert „Zisch-Geräusche“, die beim Aussprechen von Buchstaben wie „s“ oder „sch“ entstehen.
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Richtmikrofone (hypercardioid)

Richtmikrofone müssen – wie schon der Name andeutet – direkt auf die Schallquelle gerichtet werden. Sie nehmen dann fast ausschließlich den Klang dieser Schallquelle auf. Richtmikrofone empfehlen sich für Interviews, bei denen eine Geräuschkulisse nicht erwünscht ist. Sie werden zum Beispiel von Sport-ReporterInnen, in Discos und anderen lauten Umgebungen eingesetzt.
2. Mikrofonierung
Unter Mikrofonierung versteht man die Auswahl und das Positionieren von Mikrofonen, um Schallquellen damit möglichst erfolgreich aufnehmen zu können. Dabei bestimmt sowohl die Auswahl der Mikrofone als auch deren Anordnung im Raum das Endresultat entscheidend mit.
Grundsätzlich kann man zwischen Mono- und Stereomikrofonierung unterscheiden.
Mono- und Stereomikrofonierung
„Mono“ und „Stereo“ sind zwei verschiedene Aufnahme-Modi. Die Stereofonie gibt es erst seit Mitte der 1960er Jahre. Ihre Erfindung kam einer kleinen Revolution in der Radiowelt gleich.
Mono
Mono-Aufnahmen klingen im Gegensatz zu Stereo-Aufzeichnungen eher eindimensional. Vorteil: Die Aufnahme benötigt wenig Speicherplatz. Für Sprachaufnahmen ist die Qualität oft ausreichend. Ausserdem werden störende Geräusche aus der Umgebung nicht so stark mitaufgezeichnet.
Es gibt Schallquellen, die Du besser in Mono aufnimmst. Dazu gehören Lead Vocals, Snare Drum, Kick Drum und Bass. In den ersten beiden Fällen liegt das daran, dass diese Schallquellen in der Regel für ein angenehmes Klangbild immer in der Mitte der Aufnahme zu finden sein sollten.
Stereo
Im Stereo-Modus werden zwei Tonspuren aufgezeichnet. Durch das Zusammenlegen der Tonspuren entsteht ein Tonbild, das im Gegensatz zum Mono-Modus, eine zusätzliche Dimension im Klang aufweist. Sie wirken deshalb authentischer und räumlicher.
Diese Technik ist mit der Funktionsweise der menschlichen Ohren vergleichbar. Stereo aufgezeichnetes Tonmaterial lässt die Hörenden in den Raum "hineinhören". Aus diesem Grund eignet sich die Technik besonders für Aufnahmen von Geräuschen oder Konzerten.
Auch Sprachaufnahmen können vom Stereo-Modus profitieren. Sie klingen lebendiger, weil auf den Aufzeichnungen auch die Umgebung (z.B. zwitschernde Vögel) und der Raum (z.B. eine hallende Kirche) aufgenommen werden. Stereo-Aufnahmen können im Nachhinein in Mono-Aufnahmen umgewandelt werden. Umgekehrt ist dies nicht möglich.
Tipps zum Umgang mit Mikrofonen
3. Raumakustik
Wohn- und Kellerräume, die Ihnen für Ihr Homerecording zur Verfügung stehen, sind akustisch gesehen klein und daher problematisch. In der Regel haben kleinere Räume eine schlechtere Akustik. Fast alle Probleme in kleinen Räumen sind auf Reflexionen der Schallwellen zurückzuführen. Diese gilt es daher zu kontrollieren. Dafür stehen dir vor allem Absorber zur Verfügung, mit denen du für die Aufnahme schädliche Reflexionen effektiv dämpfen kannst. Ein weiteres Hilfsmittel sind Diffusoren, die ausgeprägte Einzelreflexionen als eine Vielzahl schwächerer Reflexionen in den Raum zurückwerfen.
Auf folgende Störeffekte solltest du besonders achten:
Störquellen
Das menschliche Gehirn blendet Nebengeräusche aus und konzentriert sich auf eine Tonquelle. Mikrofone können das nicht – außer spezielle Richtmikrofone.
Folgende Geräusche können die Aufnahme erheblich stören:
Meistens ist es sinnvoll, wenn du ein Interview in einer ruhigen Umgebung durchführst. Manchmal können Nebengeräusche aber erwünscht sein: Als Atmosphäre machen sie einen O-Ton lebendiger. Willst du diesen Atmo-Effekt erzielen, musst du unbedingt im Stereomodus aufnehmen. Wichtig: Hintergrundgeräusche können jedoch den Schnitt erschweren!
4. Aufnahmetechnik
Die richtige Lautstärke
Atmos und Geräusche
Aussteuern
Automatisches Aussteuern
Manuelles Aussteuern
5. Audioformate
Das WAV Dateiformat dient der digitalen Speicherung von Audiodaten. In den allermeisten Fällen enthält eine WAV Datei dabei unkomprimierte Rohdaten. Der Verzicht auf eine Komprimierung bedeutet folglich, dass die Audiodatei in höchster Qualität gespeichert ist. Allerdings erfordert dies einen enormem Speicherbedarf. Zwei Minuten Musik können schnell um die 20 Megabyte (MB) Platz belegen.
Durch die Bitrate kann die Grösse und die Klangqualität der MP3-Datei noch genauer eingestellt werden. Sie gibt an, wie viel Speicherplatz (in Kilobit) eine Sekunde benötigt. Ein einminütiger Radiobeitrag hat bei einer Bitrate von 128 kbit/s eine Grösse von 0,94 MB, bei 320 kbit/s ist er 2,35 MB gross.
Bitrate 192 kBit/s: annähernd CD-Qualität Bitrate 128 kBit/s: Radioqualität